Die Ratssitzung 25.2.2026

Auf der Ratssitzung am 25.2.2026 wurde die Zusammenlegung der Grundschulen Diemarden und Bremke beschlossen. Mit der Zusammenlegung wird nach Bauende in Diemarden die Grundschule in Bremke geschlossen.

Nachfolgend die Stellungnahme der CDU

Stellungnnahme der CDU von Guido Schönberg

TOP 7„Zusammenlegung der Grundschulen Bremke und Diemarden“

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir lehnen diese Zusammenlegung ab. Wir tun das nicht aus Prinzip, nicht aus fehlender Bereitschaft zu Veränderungen, sondern weil wir überzeugt sind, dass diese Entscheidung dem Willen der betroffenen Eltern entgegen steht und zum jetzigen Zeitpunkt nicht notwendig gewesen wäre.

Der Elternwille ist für uns wesentlich in der Schulpolitik, er darf nicht nur formal abgefragt, er muss ernst genommen werden. Gleichen ist mit über 129 Quadratkilometern die größte Flächengemeinde im Landkreis Göttingen. Die Entfernungen zwischen den Ortschaften sind erheblich. Gerade für unsere jüngsten Einwohnerinnen und Einwohner sind längere Schulwege eine große Belastung im Alltag.

Schon bei der Elternbefragung 2024 hat sich in Bremke eine deutliche Mehrheit für den Erhalt der Grundschule und für die Neueinschulung am Standort ausgesprochen. Jeder von Ihnen konnte lesen, dass sich an dieser Haltung nichts geändert hat. Jeder von Ihnen konnte lesen, dass Eltern ihre Kinder auf private Schulen oder Schulen außerhalb der Gemeinde schicken. Hier läuft eine Abstimmung mit kleinen und großen Füßen. Das schadet unserer Gemeinde und ist ein deutliches Signal der fehlenden Akzeptanz für den von Ihnen eingeschlagenen Weg.

Immer wieder hören wir, dass man z.B. bei Bau- und Planungsverfahren die Meinung der Ortsräte einbeziehen muss, ansonsten würde man diese Ebene übergehen und in Frage stellen. Mit derselben Entschiedenheit glauben wir, dass die öffentliche Beteiligung an Glaubwürdigkeit verliert, wenn der Bevölkerungswille nicht gehört und berücksichtigt wird. Frust entsteht durch fehlende Rückkopplung. Wir sitzen hier als gewählte Vertreterinnen und Vertreter der Bevölkerung und haben die Pflicht, Stimmen nicht nur anzuhören, sondern sie abzuwägen, sie zu berücksichtigen und nicht einfach wegzuwischen.

Mit Beginn der Beratungen hat die CDU-Fraktion Verantwortung übernommen und einen eigenen Antrag eingebracht, darin haben wir die Möglichkeit des Erhalts der Grundschule Bremke offengehalten. Unser Vorschlag war, eine Entscheidung erst nach Abschluss der laufenden Schulbaumaßnahmen zu treffen und auf einer dann verlässlichen Grundlage wieder zu evaluieren. Durch die Stimmen der SPD und der Freien Wählern wurde unser Antrag mehrheitlich abgelehnt. Wir sitzen hier nicht mit verschränkten Armen am Tisch, sondern arbeiten konstruktiv an der neuen Situation, das entspricht unserem Demokratieverständnis. Demokratie bedeutet für uns aber auch, dass begründete Kritik nicht verstummt, weil sie keine Mehrheit gefunden hat.

In der Diskussion wurde uns vorgehalten, uns ausschließlich auf die Meinung der Elternschaft Bremke zu stützen und positive Stimmen aus Diemarden und Reinhausen nicht zu berücksichtigen, das ist nicht der Fall. Wir sind uns im Klaren darüber, dass es verschiedene Perspektiven und Interessenlagen gibt und haben gut abgewägt. Für uns stand außer Frage, dass wir den Stimmen besonderes Gewicht beimessen, die von der Entscheidung direkt in ihrer Existenz betroffen sind. Mit Ihrer Entscheidung verliert Bremke seinen Schulstandort. Die Meinung der Eltern ist kein Randaspekt, oder einer neben vielen. Es geht hier nicht um Nostalgie. Die Entscheidung betrifft die Entwicklung unserer Orte, die Entwicklung unserer Bildungsangebote, die Identifikation mit dem eigenen Dorf und hat direkte Auswirkungen auf die Attraktivität des ländlichen Raums für junge Familien. Vor Ort haben wir uns überzeugt, die Grundschule ist sozialer Mittelpunkt und prägt das Leben im Dorf. Ihr Verlust wirkt sich auf den Kindergarten, auf Neubaugebiete und eben auch auf unsere Zukunftsfähigkeit aus.

Wir halten es für problematisch, den Standort Bremke ausbluten zu lassen, noch bevor eine endgültige Entscheidungen getroffen wurde. Mit dem schrittweisen Entzug von Perspektiven, kann die Grundschule nicht zeigen, wieviel Potenzial sie hat.

Wir respektieren die Mehrheitsentscheidungen und werden sie demokratisch begleiten. Gleichzeitig weisen wir darauf hin, dass wir die Zusammenlegung für inhaltlich falsch halten, weil sie den Elternwillen nicht wie angebracht berücksichtigt, weil Entwicklungschancen des Ortes beschnitten werden und sämtliche Alternativen zu früh verworfen wurden.

Vielen Dank